Manchmal fragt man sich ja, wo die guten alten Gitarren-Helden geblieben sind, die alles für ihre Musik geben, sich selbst dabei ruinieren und immer unter Strom stehen. Yak haben jetzt die Antwort gegeben: Sie schlafen auf dem Rücksitz ihres alten Citroëns in irgendeiner Londoner Nebenstraße. Sänger, Gitarrist und Mastermind Oli Burslem jedenfalls hat den finanziellen Ruin und seine geistige und körperliche Gesundheit riskiert, um das zweite Album der Briten zu produzieren. Er flog nach Australien, um Kevin Parker von Tame Impala als Produzenten zu gewinnen und kam mit Alkoholproblemen und wenig konkreten Plänen zurück nach London, wo sein Vermieter ihn aus seiner Wohnung geschmissen hat. Er lernt Marta Salogni kennen, die Björks Platten mischt, und bringt sie dazu, das Album zu übernehmen. Doch Burslem ist nicht zufrieden und fliegt mit den Aufnahmen nach New York, um noch einmal drüberzugehen. Dort wird er verprügelt und kommt erneut ohne Kohle zurück nach England. Am Ende dieser Tour de Force steht mit „Pursuit Of Momentary Happiness“ eine Platte, die gewandt von dieser Monomanie Auskunft gibt. Das Trio um Burslem drischt sich mit Leidenschaft und voller Kraft voraus durch diese elf erstaunlich vielseitigen Stücke. Noch immer dient der brachiale Garagen-Sound als Grundlage, doch seine Tentakel recken sich in alle Richtungen. Psychedelisches vermischt sich mit Bläsern und Blues, Riffs knallen einem um die Ohren und Rhythmen verwirbeln in diesem musikalischen Universum. Yak waren schon immer für ihre Exzessivität bekannt und Burslem für seine Exzentrik. Hier treiben sie sie auf die Spitze. Das lässt Einiges erwarten, wenn Yak im September zu uns kommen, um die neuen Songs live zu präsentieren. Die ausufernden Show der Briten sind schon jetzt Legende. Die Konzerte tanzen stets am Wahnsinn entlang und enden selten, ohne dass eine Gitarre zu Bruch geht oder der Schlagzeug neue Felle braucht. Diesen Weg hat Yak nun auf der Platte fortgesetzt, um ihn live zu vollenden. Es gibt sie noch, die Gitarren-Helden.


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