Die neue Platte von Wye Oak beginnt mit einer sanften Explosion: Die Instrumente werden gestimmt, nehmen leicht Fahrt auf und brechen dann auf einen Schlag in einen gemeinsamen, elastischen Beat auf in neue Abenteuer. Der komplexe Rhythmus, der treibende Bass, die verfremdete Stimme, die von Leiden singt,all das macht sofort klar: Sängerin, Gitarristin und Bassistin Jenn Wasner und ihr Partner Andy Stack an Schlagzeug und allem, was Tasten hat, haben wieder einmal ein kleines Meisterwerk hingelegt im Genre ... Ja, in welchem Genre eigentlich? Das fünfte Album des Duos mit dem Titel „The Louder I Call, The Faster It Runs“ lässt sich noch schwerer fassen als die ebenfalls schon ziemlich vielseitigen Vorgänger. Man hat das Gefühl: Das ist genau die Musik, auf die Wye Oak seit rund einem Jahrzehnt hingearbeitet haben. So breit, so schön, so traurig sind diese Songs, so präzise produziert und so von einem gemeinsamen Willen getragen. Das ist umso erstaunlicher, weil die beiden Protagonisten nun schon seit längerer Zeit in unterschiedlichen Städten leben, sie in Durham, North Carolina, er in Marfa, Texas. Von Zeit zu Zeit haben sie sich getroffen, um sich gegenseitig ihre Song-Skizzen vorzuspielen. Aber tatsächlich ist durch diesen Prozess der Zweifel an der Qualität des eigenen Schaffens kleiner geworden. Nur die besten Ideen kommen durch die Kontrolle und werden zu exzellenten Songs über die persönliche Befindlichkeit in einer Welt, die immer undurchschaubarer wird – und über die Hoffnung, dass es gemeinsam eine Lösung gibt. Die Frage nach der musikalischen Gattung bleibt dabei einfach auf der Strecke. Bei Wye Oak ist es völlig egal, ob das Dreampop ist, der zu lärmigen Gitarrenwänden gerinnt, oder folkiger Indie-Rock mit einer Stimme, die sich bei den Carpenters auch durchgesetzt hätte. Solche Beschreibungen sind vor allem dann Makulatur, wenn Wye Oak auf die Bühne kommen. Stack, der das Kunststück beherrscht, gleichzeitig Keyboard und Schlagzeug zu spielen, sorgt für die sichere Grundlage, auf der sich Wasner austoben darf. Im August können wir uns von ihren Live-Qualitäten überzeugen, wenn Wye Oak für eine exklusive Show ins Hamburger Molotow kommen.


Booking: Silke Westera

  • — Hamburg | Molotow

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