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WILL SHEFF/OKKERRVIL RIVER

Nach gut 20 Jahren musikalischer Arbeit mit rund 20 wechselnden Mitgliedern, nach neun feinen Alben, nach unzähligen Auftritten in Bars, Clubs, Hallen, Theatern und auf Festivals, entlässt Will Sheff mit dem Album „Nothing Special“ sein musikalisches Projekt. Okkervil River driftet langsam hinaus aufs Meer, um langsam und leise hinter dem Horizont zu verschwinden. Erstmals steht nur noch sein Name und er alleine ganz klein in dieser majestätischen Gebirgslandschaft auf dem Cover. Es sei nach all den Jahren einfach an der Zeit gewesen, meint der Texaner, es habe sich nicht mehr so angefühlt, als wären die zwei Wörter Okkervil und River Teil seines Lebens. Ironisch sei dabei allenfalls, dass ausgerechnet auf diesem Album mehr Songs wären, die er mit anderen Musiker*innen geschrieben habe, als auf allen anderen Platten. Tatsächlich begleiten ihn noch etliche Mitglieder ins Fadeout, darunter sogar noch einmal Jonathan Meiburg, mit dem er zwischendurch mit Shearwater noch eine zweite Band hatte, und natürlich weitere Gäste wie Zac Rae, der Pianist von Death Cab for Cutie, Singer/Songwriter Christian Lee Hutson oder der Dawes-Drummer Griffin Goldsmith. Sehr leise und zurückgenommen sind die acht Tracks, wobei vermutlich das Titelstück, der langsame Walzer „Nothing Special“, der Schlüssel zum Ganzen ist. Hierin verarbeitet er den Tod seines Freundes Travis Nelsen, der bis 2010 Drummer der Band war und der kurz nach Beginn des ersten Lockdowns verstarb. Eine Initialzündung sei das gewesen, sich endlich den Wahrheiten zu stellen, die er sich all die Jahre nicht eingestehen wollte. Dass er kein Rock’n’Roll-Star mehr würde, dass vieles zusammengebrochen sei, dass er sich nicht mehr selbst erhöhen wollte, dass er nicht mehr im Zentrum stehen müsse. Und vielleicht ist das die zweite Ironie der Geschichte, dass darum nur noch sein Name übrigbleibt. Und natürlich diese Songs, die dieser Geschichte und dieser Band hinterherhorchen und wie ein Echo klingen. Wie die Reise von Will Sheff weitergeht? Wer weiß das schon. Im Moment ist das auch egal. Selten hat ein Übergang so schön und stetig geklungen wie „Nothing Special“. Davon kann sich jeder überzeugen, wenn Will Sheff und Okkervil River unter welchem Label auch immer im März zu zwei Shows zu uns kommen.


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