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THE DIRTY NIL

Sicher, 350 Shows in den letzten drei Jahren auf der ganzen Welt zu spielen, ist ziemlich beeindruckend. Support-Slots für The Who vor 50.000 Menschen? Nicht schlecht für ein paar Großmäuler aus dem malerisch ruhigen Dundas, Ontario. Und der Gewinn des Kanadischen Juno Awards für die „Breakthrough Group of the Year“ machte die Eltern stolz. Aber von all den Erfolgen, die das in Hamilton ansässige Power-Trio The Dirty Nil seit dem Aushusten ihrer Debüt-Single „Fuckin' Up Young“ im Jahr 2011 erzielt hat, ist keiner größer als die Ehre, die ihnen am 23. März 2015 zu teil wurde. „Wir übernachteten in einem Hotel in East Dallas“, erzählt Schlagzeuger Kyle Fisher, „später fanden wir heraus, dass es keine so gute Idee war. Das einzige Zimmer, welches zur Verfügung stand, war ein Raucherzimmer mit dieser beschissenen Plastikhülle auf der Matratze. Und es war eine seltsame Nacht mit Polizei und Drogendealern im Foyer. Und am Morgen gab es eine riesige, lange Ameisenspur quer durch die Halle.“ Wie jede Gruppe von wahren Künstlern kanalisieren The Dirty Nil Traumata in ihrer Musik: Auf dem zweiten Album der Band, „Master Volume“, manifestiert sich die erschütternde Erfahrung, Nacht für Nacht das Innere von Amerikas ekelhaftesten Hotels zu sehen, im Song „Super 8“. Aber für The Dirty Nil geht die Wirkung von Non-Stop-Touren weit über die Übersetzung von Ein-Sterne-Trip-Advisor-Rezensionen in Songs hinaus. Produziert von John Goodmanson ist es eine Platte geworden, die knirscht und groovt - und die die unverminderte rohe Kraft von The Dirty Nil in kontrollierten Wellen freisetzt. Es ist weniger ein Sprint als ein Stolzieren. Bepackt mit stetig groovenden Songs über das schnelle Leben und lebensbejahenden Hymnen über junges Sterben, verstärkt „Master Volume“ schließlich die wichtigste Eigenschaft von The Dirty Nil: sich weigern, definiert zu werden. Sie sind zu melodisch und muskulös, um reiner Punk zu sein, aber zu rau und verspult, um als straighter Pop durchzugehen; zu vorlaut, um offen politisch zu sein, aber immer noch im Einklang mit der unruhigen, ängstlichen Energie der Zeit, in der wir leben. Ob sie nun Katharsis in einem Crowd-Surf oder einen Straßenprotest finden, „Master Volume“ fängt den ekstatischen Rausch ein, in einem gemeinsamen Moment aufgewirbelt zu werden, und die hektische Angst, dass alles in jeder Sekunde zusammenbrechen kann. Im Juli kommen The Dirty Nil für zwei exklusive Shows nach Deutschland.


Booking: Vivien Avena / Bernie Schick

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    VISIONS, laut.de, Testspiel.de, Getaddicted.org

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