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ST. VINCENT

St. Vincent hat sich stets gewandelt. Sie stößt mit jedem Album in neue Dimensionen vor. Das gilt auch für das neueste Werk: Statt der bratzigen Indie-Gitarre stehen die Synthesizer im Zentrum ihrer jüngsten Platte „Masseduction“, der rumpelige Rock weicht einer coolen Vorstellung von Kunst-Pop, der von den gewohnt intelligenten Lyrics karikiert wird. Dies sei ihre persönlichste Platte sagte St. Vincent dazu in Interviews, wer etwas über sie erfahren wolle, solle sich die Songs anhören. Wie weit sie da von ihrer Künstlerpersönlichkeit spricht oder von der „echten“ Annie Erin Clark, bleibt der tiefsinnigen Interpretation der Hardcore-Fans überlassen und ist wahrscheinlich auch egal. Denn wenn die 35-Jährige auf die Bühne kommt, ist eh wieder alles ganz anders. Im Oktober, bei ihrem Auftritt im Berliner Huxleys, konnte man das bereits erleben. Eingeführt wurde das Konzert mit ihrem Horror-Kurzfilm „The Birthday Party“, bevor die Wahl-New-Yorkerin die Halle in einem Traum in knallbonbonbunt verwandelte. Video-Produktionen im Hintergrund, wechselnde Outfits, die Musik ihrer Band eingespielt, stand sie solo mit ihrer Gitarre da und spielte dieses zweigeteilte Set: erst ältere Songs in neuen Arrangements, dann die komplette neue Platte. Und man vermisste nichts. „Fear The Future“ heißt das Motto der Tour, aber diese One-Woman-Show lässt einen eher auf eine ganz große Zukunft hoffen. Die Sängerin, Gitarristin, Bassistin, Keyboarderin und Theremin-Spielerin, die bereits als Teenager als Tour-Manager für die Band ihres Onkels Tuck arbeitete, weiß wie es geht, wie man mit dem Publikum spielt, wie man Erwartungen erst weckt, dann unterläuft, dann übertrifft und dann wieder von vorne beginnt. Kühle Abweisung und gehobener Charme gehen plötzlich eine Symbiose ein und die Musik beginnt, alles zu überstrahlen. Man versteht, warum David Byrne mit ihr zusammenarbeitet, warum die Chemical Brothers sie auf ihrer Platte haben wollten, warum der große Jazz-Saxofonist Kumasi Washington genauso wie der Pianist Doveman oder das Duo Tuck & Patti auf „Masseduction“ mitspielen. St. Vincent bekommt einfach alles und sie kann einfach alles, was sie will. Das macht ihren Reiz aus. Am 2. Juli kommt sie für ein weiteres Konzert in die Hamburger Markthalle.


Booking: Thomas Koester

  • — Hamburg | Markthalle

    Einlass:  Uhr Beginn:  Uhr

    präsentiert von

    Szene Hamburg, Rolling Stone, ByteFM

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