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SHELTER BOY

Sachen machen mit Gitarren, dabei nie das Ziel, den Song, aus den Augen verlieren. So könnte man den gemeinsamen Grund beschreiben, auf dem sowohl Still Trees als auch Still Trees‘ Simon Graupner alias Shelter Boy spielen. Er hat sich unter diesem Namen einen Schutzraum für die Kleinode gebaut, die noch einmal anders schimmern als der prunkvolle Still-Trees-Indierock. Auf seiner ersten Veröffentlichung als Shelter Boy präsentiert er einen Sound wie Samstagnachmittagslicht, das unaufgeregt und wohlig durch die vier Songs seiner ersten EP strahlt. Ein Sound, zu dem sich hinreißend herzhaft faulenzen lässt. Aktiv zuhören muss man aber schon: Sein klarer, nach der simplen Melodie strebender Gesang ist fein umwoben von ausgetüftelter Arbeit an der Gitarre. Die Verzerrung lässt er draußen, in Shelter Boys Eigenheim geht es clean, aber nicht steril zu. Dort klingt alles wie sorgsam an seinen Platz geräumt. Das Gitarrengeschmeide glänzt ganz vorn, gibt den Rhythmusinstrumenten darunter dabei genug auch Platz, um zu grooven. Alles lässig selbstverständlich angerichtet, ohne beliebig zu sein. Als Referenz kann man Mac DeMarco genau so in den Raum werfen wie die britischen Bands, die bereits die Refrains von Shelter Boys Hauptband befruchtet haben. Die Inspiration ist zu hören, ohne sich im Zitat zu genügen. Er bedient sich dieser Einflüsse, ohne sich von ihnen die Richtung diktieren zu lassen. Zudem macht Shelter Boy emotional flexible Musik. Sie macht sich an einem „Kein Bock auf Rausgehen“-Regentag drinnen genau so gut wie im warmen Sommerschauer draußen. Nötigt man ihn dazu, beschreibt er seinen Sound selbst als Dreampop. Wenn man unbedingt ein Label braucht, dann passt das: Die Gitarrenläufe perlen prickelnd Melodien, die tagverträumt anmuten und sich sommers auf der Wiese langmachen, nur um sich im nächsten Moment zu Hooks aufzuschwingen, die das Mitsingen gut vertragen, wenn nicht herausfordern. Ein Sound, den man direkt begießen will, in einer Runde von Freunden des durchdachten Pops, um hinterher noch eine längere Nacht daraus zu machen. Und wenn man dann morgens aufwacht, auf nicht ganz unangenehme Weise leicht breiig im Schädel, macht das nichts. Weil die Nacht zu gut war und der Tag draußen zu schön ist und Shelter Boy dafür immer noch der richtige Soundtrack. Am 1. Februar 2020 kommt Shelter Boy nach Hamburg und versüßt uns die Schmuddeltage in der Hebebühne.
  • — Hamburg | Hebebühne

    Einlass:  Uhr Beginn:  Uhr

    präsentiert von

    ByteFM, DetektorFM, Diffus, Nicetry, Pickymag, Szene Hamburg

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