Parcels sind ein schwer zu definierender Superlativ. Die Bandmitglieder sind blutjung, 21, um genau zu sein. Jules Crommelin spielt Gitarre, Noah Hill den Bass, Louis Swain und Patrick Hetherington kümmern sich um Keyboards und Synths und Anatole Serret sitzt an den Drums. Singen tun sie alle zusammen und in perfekter Harmonie. Die Australier sind deutlich weniger Strand-affin als die Beach Boys, sondern viel mehr in der Disco daheim. Gegründet aus den Überbleibseln einiger High-School-Bands, beschwor die sonderbare Clique ihre gegenseitige Hingabe vollends mit dem so enthusiastisch-naiven wie mittellos angetretenen Umzug nach Berlin im Winter 2015. Quasi unmittelbar nach der Landung auf dem Kontinent bekamen sie einen Plattenvertrag vom französischen Label Kitsuné in die Hand gedrückt. Sie waren jetzt Musiker und ihre erste Zusammenarbeit mit der künstlerischen Außenwelt erfolgte bald schon mit niemand geringerem als Daft Punk. Bisher hat die Welt die zwei Parcels-EPs, „Clockscared“ und „Hideout“ sowie die Single „Overnight“ zu hören bekommen, also relativ wenig für eine Band die bisweilen vor 15.000 Leuten spielt. Da ist etwas Spezielles an dieser Band, etwas, das sich fast nach Big Band anfühlt – in einem nostalgischen, romantischen Sinne. Und viele, die Parcels zum ersten Mal auf der Bühne sehen, haben das Gefühl, etwas ganz Eigenes entdeckt zu haben. Mit all diesen Erfahrungen und Eindrücken im Hintergrund begann die Band vor einem Jahr, ihr Debütalbum zu schreiben, das im Oktober endlich erscheint. Es braucht zwei, drei Male, bevor sich beim Hören des Albums der Vorhang aus groovenden Licks und erhebenden Disco-Sounds hebt und dahinter die Komplexität der Arrangements, das Sammelsurium all der Einflüsse, die dunkleren, textlichen Anstriche und ein Production Value, das man so zuletzt vor vielleicht drei Jahrzehnten gewohnt war, hörbar werden. Die Band, die sich stets zwischen den Polen moderner Mentalität und Old-School-Traditionen bewegt, wollte ein Album ohne stilistische Grenzen aufnehmen, das sich dabei trotzdem nach einem großen Ganzen anfühlt. Das ist voll und ganz gelungen, und groovy ist das Ganze auch noch. Am 20. November stellen Parcels ihr Werk in der Grossen Freiheit in Hamburg vor.

  • — Hamburg | Grosse Freiheit 36

    Einlass:  Uhr Beginn:  Uhr

    präsentiert von

    917xfm, Hamburger Morgenpost, concert-news.de

    Tickets