Die Geschichte um das jüngste Album „Think of Spring“ von Matthew Stephen Ward, oder kurz M. Ward, ist eher ungewöhnlich, denn es handelt sich um elf Stücke, die ursprünglich von Billie Holiday eingesungen wurden – ein musikalisches Vorbild für viele und für den Amerikaner eine der überraschendsten Begegnungen beim Einkaufen: „Ich habe ihre Platte ,Lady in Satin‘ das erste Mal in einer Mega-Shopping-Mall irgendwo in San Francisco gehört. Ich war damals 20 und wusste wenig über Billies Musik oder ihr Leben oder wie sich ihre Stimme im Laufe der Jahre verändert hat. Der Sound kam aus der ganz anderen Ecke der Mall. Ich erinnere mich, dass ich ihre Stimme für eine wunderschön verzerrte Gitarre gehalten habe – ein außerweltliches Ding, das in einem traurigen Ozean aus Streichern schwimmt. Ich war gefangen, für den Rest meines Lebens.“

Tatsächlich ließ ihn die legendäre Sängerin nicht mehr los. 2018 spielte er in einem Konzert in Los Angeles alle Songs von „Lady in Satin“ und begann, die Gitarrenarrangements für das Album „Think of Spring“ auszuarbeiten. Der Titel stammt aus einem Gedicht von Jane Brown-Thompson, das später zu dem Titel „I Get Along Without You Very Well“ wurde – dem ersten von Wards Platten. Sein Anspruch war, die Songs und die Streicher so zu filtern, dass sie mit einer Solo-Gitarre genauso eine Wirkung entfalten wie die Originale. Dafür verwendete Ward verschiedene Gitarrenstimmungen, veränderte hier und da leicht die Struktur, setzte Hall unter den Gesang oder modifizierte ein bisschen mit der Studiotechnik. Aber im Großen und Ganzen hört man ganz roh den Sänger M. Ward und seine akustische Gitarre, aufgenommen analog auf vier Spuren.

Das Ganze machte er nebenbei, während er gleichzeitig an „Migration Stories“ arbeitete – dem Vorgänger von „Think of Spring“ – für das er Migrationsgeschichten rund um den Globus gesammelt hat, beginnend mit der seines eigenen Großvaters. Es ist ein ganz klassisch dunkel-folkiges Album im Ward-Stil geworden, elf träge und verschleierte Songs, die die Linien zwischen Realität und Fantasien verschwimmen lassen. Diese beiden Alben werden im Zentrum der kommenden Tour stehen, die M. Ward im April auch nach Deutschland führt.


Booking: Yan Mangels

  • — Berlin | Privatclub

    Einlass:  Uhr Beginn:  Uhr

    Tickets
  • — Köln | Blue Shell

    Einlass:  Uhr Beginn:  Uhr

    Tickets