Mit diesem aufgekratzten Hybrid aus Punk, Akustik-Pop, Sprechgesang und Liedermacherei braucht es nicht viel mehr als eine Begegnung und er verbleibt nachhaltig im eigenen System. Auch die Typen dazu lassen sich nicht vergessen. So eine Mischung aus eskalierter Klassenfahrt und Songwriter-Boygroup hat man eben einfach noch nicht erlebt. Daniel, Lucas, Philipp und der übers Produzentenamt zum permanenten Mitglied auserkorene Bassist Victor Flowers besitzen etwas von den Daltons. Die Hamburger griffen diese Vorlage von Anfang an auf und gestalteten die eigene Story offensiv visuell. So drehte der Regisseur Lars Jessen beispielsweise letztes Jahr zu „Schlaflied“ seinen allerersten Musikclip, darin brilliert Bjarne Mädel in beeindruckenden Schwarzweiß-Szenen abseits aller Rollenklischees. Zur jüngsten und vierten Platte „Phoenix aus der Flasche“ wird der filmische Aspekt nun endgültig meisterhaft umgesetzt. Mit großen Einfällen gegen kleine Budgets anzutreten, ist eben auch Teil der Kunst. Selten aber gelingt es so gut wie hier. Ein Großteil des neuen Materials wurde live im Studio eingespielt, um noch mehr der eigenen Unmittelbarkeit einfangen zu können. Außerdem löste ein komplettes Drumset die bis dato vorherrschende Cajón ab. Chaos und Kontrolle sowie ganz viel Intuition bestimmen allerdings auch die neuen Songs. Eins ist jetzt sicher: Die Kunst des Liedermachens hat spätestens mit diesem Album alle Genregrenzen gesprengt, Liedfett tragen sie im Rucksack und laufen schon wieder los. Das Beste, was man da machen kann: Einfach hinterher! Am 16. November spielen Liedfett in der Grossen Freiheit 36 in Hamburg.

  • — Hamburg | Grosse Freiheit 36

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    delta radio

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