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JOYCE MANOR

Auch beim jüngsten Album sind Joyce Manor sich treu geblieben: Auf „Million Dollars To Kill Me“ findet sich bei zehn Songs keiner, der länger als zwei Minuten und 45 Sekunden ist. Dazu die hallige Garagen-Gitarre, ein grader Basslauf und ein Schlagzeug voller energetischer Ausbrüche: Die Kalifornier machen Punk mit erheblichem Willen zur Veränderung, der durch jedes Stück rauscht. Damit haben sich Joyce Manor in ihrer vielleicht etwas zu dogmatischen Heimat nicht nur Freunde gemacht. Aber das ist ja meist ein Zeichen für musikalische Qualität. Die Melodieführung verweist durchaus auf ihr Label Epitaph, das bekanntlich vom Bad-Religion-Gitarristen Brett Gurewitz gegründet wurde. Akkorde gibt es allemal mehr als drei und die Harmonien dürfen gerne ins disharmonische abschweifen. Mit Stücken wie dem ruhigen „I’m Not The One“ geht es zwischendurch fast beschaulich zu. Nachdem die Vorgängerplatte „Cody“ sich eher um das Erwachsenwerden drehte, schaut die Band auf „Million Dollars To Kill Me“ darauf, was als nächstes kommt. Sie rechnet ab mit der Liebe, dem großen Geld, den Zweifeln, und der Hoffnung, die trotz allem erhalten bleibt. Dabei erhöht sich die musikalische Spannung durch die unglaublich scharfe Arbeit an den Gitarren, dem steten Wechsel zwischen Dur und Moll: Joye Manor gelingt dadurch das Kunststück, dass die Stücke trauriger, ruhiger und gleichzeitig immer noch härter klingen. Eine überwältigend laute Melancholie legen die Jungs da an den Tag. Und was auf Platte manchmal noch etwas gezügelter und emo-punkig daherkommt, wird auf der Bühne dann vollends von der Leine gelassen: Der hymnenhafte Sound der Band, der charismatische Auftritt, die rohe Kraft, die unvergessliche Präsenz und der Spaß an der Sache machen die Konzerte von Joyce Manor zu einem Ausnahmeereignis. Im April kommen sie für zwei exklusive Shows nach Deutschland.


Booking: Vivien Avena / Bernie Schick

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