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GLEN HANSARD

Jeder, der in den vergangenen Jahren die Gelegenheit hatte, den 47-jährigen Iren Glen Hansard einmal live zu erleben, ist sich einig: einen intensiveren, mitreißenderen und authentischeren Künstler kann man derzeit in der Welt handgemachter Musik kaum finden. Mit einer atemberaubend virtuos aufspielenden Band bietet er allabendlich bis zu dreistündige Konzerte, die alle Nuancen zwischen intimem Singer-/Songwriter, klassischem Folk, lässigem Soul und kraftvollem Rock ausloten. Der internationale Erfolg, der Glen Hansard seit Veröffentlichung seines Solo-Debütalbums „Rhythm & Repose“ im Jahr 2012 beschieden ist, ist damit nicht weniger als das (leidlich späte) Ernten der Früchte, die der umtriebige Musiker, Schauspieler und Kunst-Kollaborateur in den zwei Jahrzehnten zuvor ausgesät hat. Denn in Glen Hansard findet man einen Frontmann und Musiker, der charismatischer und dabei nahbarer ist als selbst die größten Namen in der Geschichte der Folk- und Singer-/Songwriter-Musik.

Dabei war Glen Hansards künstlerischer Weg von Anfang an vorbestimmt. Bereits mit 13 verließ er die Schule, um sich in den Fußgängerzonen Dublins als Straßenmusiker seine Sporen zu verdienen. Trotz eines fehlenden Schulabschlusses wurde er dank seines Talents in die New York Film Academy School of Acting aufgenommen. Hier erhielt seine erste Filmrolle als Outspan Foster in Alan Parkers Musikfilm „The Commitments“, für die er euphorische Kritiken erhielt.

Doch die Musik war ihm wichtiger. 1990 gründete er die Rockband The Frames, die zwischen 1991 und 2006 sechs Alben aufnahmen, mehrfach um die Welt tourten – aber doch Zeit ihrer Existenz eher ein Geheimtipp blieben. Fast zeitgleich zu „The Cost“, dem bislang letzten Werk der Frames, erschien das Debüt seines Folk-Duos The Swell Season, das er gemeinsam mit der tschechischen Pianistin und Sängerin Markéta Irglóva initiierte. Dem ersten, selbstbetitelten Album folgte 2007 die gemeinsam komponierte Musik zu dem irischen Independent-Film „Once“, in dem Hansard und Irglóva auch die Hauptrollen übernahmen.

Die kleine, wunderschöne Romanze über einen irischen Straßenmusiker und eine osteuropäische Gastarbeiterin gewann internationale Preise, unter anderem beim ‚Sundance Film Festival’ und einen Oscar als beste Filmmusik für den Titelsong „Falling Slowly“. Mit einem Schlag waren die überzeugten Independent-Musiker, nach den Dreharbeiten für mehrere Jahre auch privat ein Paar, weltweit bekannt. Hansard bekam sogar eine „Gastrolle“ in der TV-Serie „The Simpsons“. Ihr folgendes Album „Strict Joy“ wurde 2009 als eines der besten Alben des Jahres gefeiert. In den Jahren danach folgten viele weitere Preise, darunter sagenhafte acht Tonys – den Musical-Oscars - als „Once“ sehr erfolgreich für die Musical-Bühne adaptiert wurde und sowohl am Broadway wie auch im Londoner Westend über Jahre für stets ausverkaufte Säle sorgte.

2012 kehrte Glen Hansard mit seinem ersten Soloalbum „Rhythm And Repose“ zurück. Die Songs erzählen Geschichten aus seinem Leben, Glen Hansard besinnt sich in den gefühlvollen Kompositionen auf seine Anfänge als Straßenmusiker. Auch darüber hinaus war Glen Hansard höchst aktiv. Er schrieb zwei Songs für den Soundtrack des Kino-Thrillers „The Hunger Games“. Ferner tourte er erneut über die Independent-Filmfestivals mit seiner Dokumentation „The Swell Season“, die die besondere Spannung und Dynamik im künstlerischen Austausch zwischen ihm und Irglóva widergibt. Auf einer gemeinsamen Solo-Tour mit dem Pearl Jam-Frontmann Eddie Vedder bewiesen die beiden, wie gut US-amerikanische Musikgeschichte und irische Folk-Tradition zusammen gehen.

Rund um sein zweites Soloalbum „Didn't He Ramble“, das 2015 erschien und für einen Grammy in der Kategorie „Best Folk Album“ nominiert wurde, erfüllte sich Hansard einen lang gehegten Traum: Er formierte eine unvergleichlich virtuose Big-Band mit Bläsern, Background-Sängern und einer ganzen Riege an profilierten Instrumentalisten, mit der er weltweit Konzerte spielte, die allen Anwesenden in Erinnerung blieben: Solch spannende Reisen durch das eigene Schaffen sowie durch immer wieder geschickt eingestreute, oft überraschende Coverversionen hatte man bis dahin noch nicht gesehen. Entsprechend hoch sind nun die Erwartungen an sein kommendes, drittes Soloalbum, das derzeit für Anfang 2018 angekündigt wird. Im Anschluss geht Glen Hansard wieder auf Tournee und wird am 20. und 21. Februar auch für zwei besondere Konzerte im Berliner Admiralspalast Station machen.


Booking: Thomas Koester

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