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FANTASTIC NEGRITO

Als Xavier Dphrepaulezz a.k.a. Fantastic Negrito Anfang August bei uns ein paar seiner Konzerte spielte (unter anderem faszinierte er beim A Summer’s Tale-Festival), durfte man sich verwundert die Ohren reiben: Wie modern kann der Blues eigentlich sein, wenn er von einem engagierten Musiker gespielt wird? Wie viel Tiefe kann einem dieses versteinerte Denkmal in Form eines Musik-Genres noch geben? Tatsächlich schafft es der Mann aus Oakland mit einer Handbewegung, mit einem Riff, mit einem Schrei, mit einer der Storys, die er in seinen Songs so hinreißend erzählt, diese Musik wesentlich zu machen. Sein Sound und sein Gesang pendeln zwischen Robert Johnson und Jack White, zwischen J.B. Lenoir und Gary Clark jr., zwischen Skip James und Prince, zwischen Tradition und Erneuerung, und inhaltlich geht es immer noch um die Schwierigkeiten im Leben und was die Politik damit zu tun hat. Fantastic Negrito ist die fleischgewordene Erzählung eines bewegten Männerlebens im Zeichen von emotionsgeladener Black Roots Musik. Seine Songs erzählen die wahre Geschichte eines Musikers aus Oakland, der den Höhenflug eines Millionen-Dollar-Plattenvertrags erlebte und die Tiefpunkte eines fast tödlichen Autounfalls, der ihn im Koma liegen ließ und die Hand, mit der er Gitarre spielte, lange Zeit unbrauchbar machte. Nach dieser langen Zwangspause von der Musik setzt sich jedoch die Erfolgsstory weiter fort. Sein neues Album „Please Don’t Be Dead“, der Nachfolger seines Grammy-prämierten Debüts „The Last Days Of Oakland“, verknüpft seine eigenen desaströsen Erfahrungen mit dem aktuellen Zustand der Welt und vor allem Amerikas. Und wenn es einen gibt, der weiß, wie es sich anfühlt, wenn man mit Vollgas über den Klippenrand hinausschießt, dann ist es der charismatische Sänger. Noch immer verbindet er in seinen Songs seine eigene Biografie mit der Welt. Dphrepaulezz ist die lebhafte Stimme seiner Heimat und verpackt das in seiner mitreißenden Musik, die zwischen den dunklen Wurzeln im Mississippi-Delta, dem Songwriting von Led Zeppelin, den Beatles und den Stones und der Geschichte der schwarzen Musik von Gospel bis Soul angesiedelt ist. Er selbst freute sich sehr darüber, dass er einmal als der Al Green des Punkrock bezeichnet wurde, denn das trifft es hinreichend genau. Jetzt hat Fantastic Negrito angekündigt, dass er im November noch einmal für zwei weitere Auftritte nach Deutschland kommt.


Booking: Yan Mangels