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EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN

“Es tut uns leid die letzten zwei Konzerte vor dem Herbst auch noch absagen zu müssen.

Obwohl wir alle Vorsichtsmassnahmen getroffen und so strikt wie möglich durchgezogen haben, hat uns die pandemische Realität doch eingeholt.

Zuerst hat es unseren Tourmanager Eric erwischt und wir mussten ihn in Köln zurücklassen. Am Tag nach der London-Show wurde Alex dann positiv getestet, er zeigte Symptome, er ist immernoch positiv, aber es geht ihm inzwischen wieder besser. Wir mussten die Utrecht-Show ausfallen lassen.

Leider haben sich seitdem bei mehreren Crew-Mitgliedern und bei unserem Ton-Ingenieur Boris, Symptome eingestellt. Die Tests sind positiv. Die Fortführung der Tour angesichts ein solchen Infektionsdynamik wäre ganz einfach verantwortungslos.

Wir suchen nach Ausweichterminen im Herbst oder Winter.

Wir sind stolz wenigstens 25 Konzerte durchgehalten zu haben.”

Die Einstürzenden Neubauten veröffentlichten zu ihrem 40-jährigen Jubiläum 2020 ein neues Album: „Alles in Allem“ versammelt zehn Stücke, in denen es thematisch oftmals um die Erforschung des Topos ‚Berlin‘ geht. So wandert Blixa Bargeld durch Erinnerungen, durch Träume, montiert Fragmente, doch geht es auch immer um die Gegenwart dieser ungreifbaren Stadt. In den einzigartigen Klang- und Textlandschaften der 1980 in Berlin gegründeten Gruppe offenbart sich so jene Zeitlosigkeit, die sich Blixa Bargeld, N.U. Unruh, Alexander Hacke, Jochen Arbeit und Rudi Moser stets erhalten haben: Durch ihre experimentellen Herangehensweisen ans Songwriting, die in vier Jahrzehnten entwickelten Instrumente und das kollektive Arbeiten klingt die Band in ihrer eigenen Zeitrechnung auffallend gegenwärtig, die Einstürzenden Neubauten scheinen mit ihrer einzigartigen Musik stets äußerst präzise im jeweiligen Jetzt zu walten, ob in ihrer Frühphase oder dem bedachten Spätwerk. Das erste Stück des Albums „Ten Grand Goldie“ entstand mit aktiver Hilfe der Supporter, jener kultischen Fangemeinschaft, die seit 2002 durch alternative Finanzierungsmodelle die Unabhängigkeit der Band unterstützt, lange bevor Crowdfunding-Formate populär wurden und ist dabei ein Beispiel für die Innovationskraft, die dem Arbeiten der Neubauten innewohnt. Die Fans, organisiert im Neubauten-Forum neubauten.org, das gleichzeitig Archiv des umfangreichen Werks ist, ermöglichten dieser außergewöhnlichen Gruppe ihre zukunftsweisende Arbeit und partizipierten am kreativen Prozess, konnten konkret am Schaffen ihrer Lieblingsband mitwirken. Die Bedingungen hatten sich durch diese neuen Ansätze erneut verändert, ein Umstand, der auch in den Stücken hörbar ist. Das Prinzip des freien Assoziierens war hierbei für einen überwiegenden Teil der Stücke wichtig. Dabei gibt es selten eine klare Intention, die Interpretation ist den Zuhörern überlassen, das Schreiben basiert häufig auf Träumen oder ist vom Zufall inspiriert. Für das titelgebende „Alles in Allem“ etwa spazierte Bargeld über einen Gang außerhalb des Studios und beschrieb die Assoziationen, die der abgeplatzte Belag am Boden in ihm hervorrief, was auch in einem der Webcasts dokumentiert wurde, die die Entstehung des Albums begleiteten. So fanden „verkürzte Krokodile“ und „Plasmazellen ohne Kern“ Einzug in das Stück. Und auch, wenn „Am Landwehrkanal“, für Neubauten-Verhältnisse ungewohnt, fast schunkelnd, daherkommt, könnten die Verse „Wir hatten tausend Ideen / Und alle waren gut“ durchaus eine Selbstbeschreibung der Band sein. So ist eine besondere Platte entstanden: „Alles in Allem“, das erste reguläre Studioalbum der Einstürzenden Neubauten seit 12 Jahren, zeigt eine unvergleichbare Band, die ihre eigene Kategorie bildet, ihr eigenes Genre stiftet. Mit den neuen Stücken und dem umfangreichen Backkatalog wollten Einstürzende Neubauten bereits 2020 eine ausgedehnte Welttournee absolvieren und ihr bemerkenswertes Jubiläum begehen, was leider aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie nicht möglich war. Nun planen sie für das kommende Jahr und spielen am 1. Juli 2022 im Großen Saal der Elbphilharmonie.

  • — Hamburg | Elbphilharmonie - Großer Saal

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