Drenge inszenieren ihre Musik wie einen Film. Nicht umsonst nennen sie den sowjetischen Regisseur Andrej Tarkowskij als großen Einfluss auf ihr Schaffen. Tatsächlich ist auch das dritte Album des Trios großes Kino. War das selbstbetitelte Debüt noch ein Low-Budget-Slasher und „Undertow“ ein atmosphärischer Nachfolger, folgt jetzt mit „Strange Creatures“ der unheimliche, neonerhellte Horror-Blockbuster im Stil von John Carpenter. Das Album kommt mit donnernden Stücken daher, deren köstliche Melodien mit diesem drohenden Unbehagen übertüncht werden, das einem ganz langsam das Rückenmark hinaufläuft. In dieser Welt schlitzen Gitarrenlinien durch verdrehte Visionen und beunruhigende Fieberträume. Es sind zehn Geschichten von ganz alltäglichen Situationen, die erst nach und nach den Horror offenbaren, der darunterliegt. Die ganze Platte ist ein einziger spukender Nachtmahr. Vier Jahre haben sich die Brüder Loveless – Eoin singt und spielt Gitarre, Rory sitzt am Schlagzeug – und ihr Bassist Rob Graham für dieses Werk Zeit gelassen, an den Liedern gemeißelt, neue Ideen entwickelt, zerrissen und neu zusammengenäht, die Stücke liegengelassen und mit neuen Ohren wieder aufgenommen. Das Fazit: Drenge brennen immer noch ein akustisches Feuerwerk ab, aber sie haben sich ganz entschieden weiterentwickelt. Neue Sounds werden integriert, dämmrige Synthesizer- und schicksalsschwere Orgelklänge erweitern das Spektrum des krachigen Indierock entsprechend der inhaltlichen Ausrichtung der Songs. „Wir haben Dinge ausprobiert, die wir uns auf den ersten Alben nicht getraut hätten“, sagt Rory über den Entstehungsprozess, „und haben uns gesagt: ,Oh, das klingt jetzt aber bizarr‘. Und es hat uns gefallen.“ Drenges Musik basiert immer noch auf dem bluesigen, vom Grunge beeinflussten Alternative-Rock, hat sich aber mit den neuen Mitteln deutlich erweitert und ist viel aufregender geworden. Im April kommen die Briten mit ihrem neuen Album zu uns auf Tour.


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