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COURTNEY BARNETT

Vor ein paar Tagen hat Courtney Barnett uns wieder einmal besucht - und es war wie immer etwas Besonderes: Das sind eigentlich keine Konzerte, die die Australierin veranstaltet. Man trifft sich und sie erzählt ein bisschen aus ihrem Leben. Von ihrer Freundin Emily Ferris; von den Trollen im Internet, die ihr so auf die Nerven gehen; von ihrer Arbeit in einer Bar; von dem Asthma-Anfall, den sie beim Gärtnern erlitten hat und wie dankbar sie dem Sanitäter war, der im Gegensatz zu ihr eine wirklich wichtige Aufgabe hat; was sie so von Biogemüse hält; von der Wohnungsnot in ihrer Heimatsstadt und was sie für die armen Leute bedeutet. All das, was eben Alltag und genau deshalb wichtig ist. Sie macht ihre persönlichen Gefühle öffentlich und lässt sie so aussehen, als ob sie universell gültig wären. Barnett hat die Gabe, aus ihren vielfältigen, mal skurrilen, mal wütenden, mal politischen, mal sehr privaten Gedanken Songs zu drechseln und sie auf eine nonchalante Art zu präsentieren, dass man vor Freude einen Salto rückwärts schlägt. Damit ist sie zu Recht sehr erfolgreich. Neben ihrer eigenen Musik arbeitete sie mit weiteren Künstlern wie Kurt Vile zusammen, mit dem sie das wunderbare Album „Lotta Sea Lice“ veröffentlicht und auf Tour gegangen ist, oder mit Jen Cloher, für deren Live-Band sie sich die Gitarre umgehängt hat. Auf ihrem dritten Album „Tell Me How You Really Feel“ vom Mai hat sie dazu noch ein paar interessante und unerwartete Veränderungen vorgenommen. Die Musik ist jetzt noch direkter, die Instrumente gehen noch steiler nach vorn als bislang schon. Aus der krachenden und knirschenden  Mischung aus folkigem Material mit grungigem Rock ist ein klarerer Sound erwachsen. Und vor allem: Courtney Barnett erzählt nicht mehr nur diese angeblich so drolligen Geschichten aus dem Alltag, sie schießt jetzt zurück. Sie sagt mehr mit weniger Worten. Ihre Songs sind nicht länger eine Selbstbespiegelung, sondern handeln von den anderen, den Guten, den Bösen und denen, die sie liebt. Was geblieben ist, ist diese absolute Ehrlichkeit in den Texten und die Ursprünglichkeit in der Musik. Im November kommt Courtney Barnett mit ihrer Band erneut nach Deutschland, um uns bei zwei weiteren Auftritten von der Welt da draußen zu berichten.


Booking: Mario Stresow

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