"Baby Queen stellt die Vorurteile des Pop infrage“, schrieb das Musikmagazin Dork über die Südafrikanerin und hat damit völlig recht. Denn die Musik der Wahllondonerin ist meist purer moderner Indie-Pop, doch die Lyrics sind dunkel, tief und graben schmerzhaft in ihrem Innersten. Baby Queen verquirlt in ihren Songs perfekt bunt und düster. Genau das ist der Spaß daran. Nehmen wir die neue Single „Nobody Really Cares“. Der fein verdrehte Song handelt von den ganzen egozentrischen Menschen um einen herum, die sich viel weniger um das kümmern, was man selbst tut, als man sich so vorstellt. Darum können alle tun und lassen, was sie wollen: Es kümmert sich eh niemand drum, auch wenn man es selbst ja doch so wahnsinnig wichtig findet. Sich selbst zu filtern, nur um anderen zu gefallen, sei also zwecklos. Musikalisch wird der Track getragen von lockerem Sprechgesang in den Strophen, einer schweren Gitarre und einer hymnischen Melodie im Chorus sowie einer insgesamt locker-poppigen Begleitung. So schiebt sich der Inhalt leichtfüßig ins Hirn und bleibt hängen. Darum nennt Baby Queen ihr Genre auch gerne Anti-Pop. Dass all diese Stücke um Medikamente, Liebeskummer, Drogen, Dummheit der Welt und die Oberflächlichkeit der Menschen in ihrer Biografie wurzeln versteht sich beim Hören eigentlich von selbst. Baby Queen geht mit offenen Augen durch die Welt und bringt sie in ihren Songs auf die allerfreundlichste Art um die Ecke. Wie gesagt: Genau das ist der Spaß. Ende September kommt Baby Queen neben einem Auftritt beim Reeperbahn Festival auch für eine exklusive Clubshow nach Berlin.


Booking: Inga Esseling