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ALEX STOLZE

Violinist, Komponist und Produzent Alex Stolze hat als Kind in der DDR eine strenge Geigenausbildung durchlaufen. Heute spielt er auf einer selbstgebauten fünfsaitigen Violine und mit allerlei digitalen Gerätschaften eine eigenwillige Mischung aus Elektronica, Indie-Pop und Neoklassik – und singt dazu. Aufdringlich sind seine Stücke nie – eher hingehaucht, vorsichtig tastend und voller farbiger Details.
 Sein Gesang erinnert ein wenig an die empathische Stimme von Erlend Øye. 
Leise ist vermutlich auch für Stolze das neue Laut – bis 2012 hat er als Teil des Berliner Trios Bodi Bill die Massen zum Tanzen gebracht.
 
Musik berieselt die Welt. Sie ist immer und überall verfügbar, sagt oft zu viel und doch zu wenig. Aber gibt es überhaupt noch Orte, an denen Musik nicht stattfindet? Im Vorfeld seines Solo-Debütalbums „Outermost Edge“, das diesen März erscheint, hat Stolze nach solchen Orten gesucht.
Mit einer kleinen Musikanlage, einer Autobatterie und ein paar Instrumenten aus-gestattet, auf leeren, oft unwirtlichen Plätzen stehend. Allein die Musik erfüllte diese Nicht-Orte mit Leben.
 
Am 30. September tritt Stolze im Trio auf. Dann präsentiert er seine neuen Stücke gemeinsam mit Cellistin Anne Müller und Schlagzeuger Christian Grochau live im Kleinen Saal der Elbphilharmonie – und damit an einem Ort, der ganz unmittelbar der Musik und dem Klang gewidmet ist.  
 
Auf seinem Album zeigt sich Stolzes Musik in einer eigenwilligen Form von Schönheit, die nicht eitel ist, die ihre Geschichten leise und eindringlich erzählt. Die Violine wird dabei oft nur gezupft,
 was dem Klang etwas Orientalisches verleiht. Ihr Sound, in all seiner Vielfalt, steht tatsächlich am Anfang jedes Songs.
Was folgt, gleicht dann eher einer Reise. Mal endet sie in einem schillernd pulsierenden Techno-Track, dann entblättert das Instrument seine Facetten in einem rudimentären neoklassischen Stück – der Beat ist dabei immer anwesend.


Was die Stücke neben einer großen Komplexität und Virtuosität auszeichnet, ist die Haltung hinter der Musik.
 Das l’art pour l’art, das man auf vielen Produktionen zwischen Neoklassik und ambitionierter Electronica findet, ist Stolze nicht genug: „Wenn es überall brennt, möchte ich das nicht ausklammern und stattdessen Wohlfühlmusik machen.“Stolze zeichnet ein waches Interesse am Zustand der Welt und dem Schicksal der Anderen aus. Auch deshalb wird man von „Outermost Edge“ immer wieder mit großer Selbstverständlichkeit in das Leben der Anderen hineingezogen.
 Vom äußeren Rand aus wirft  Stolze einen zärtlichen Blick auf die Welt.
  • — Hamburg | Elbphilharmonie - Kleiner Saal

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