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A WINGED VICTORY FOR THE SULLEN

Manchmal geht der kreative Prozess gewaltige Umwege. Der New Yorker Komponist Adam Wiltzie und der kalifornische Pianist und Komponist Dustin O’Halloran lernten sich 2007 in Bologna über Francesco Donadello, einen gemeinsamen Freund, kennen und erkannten schnell, dass sie die intensive Vorliebe für italienisches Essen gemeinsam haben. Und für groß angelegte, ruhige, elegische Kompositionen mit einem gehörigen Maß an Ambient-Anteilen. So gründeten sie A Winged Victory For The Sullen, gewannen Donadello als Toningenieur und veröffentlichten 2011 ihr erstes, selbstbetiteltes Album und 2014 den Nachfolger „Atomos“. Nach einer weiteren EP und zwei Soundtracks erscheint nun im November die neue Platte „The Undivided Five“, ein Album, das Gedanken um Rituale, höhere Mächte und kreative Energien in gewaltig fließende, musikalische Bahnen lenkt. Das erste Mal seit dem Debüt arbeiten Wiltzie und O’Halloran nicht für andere Kunstformen wie Film oder Theater, sondern wurden allein durch ihre eigenen Ideen gelenkt. Natürlich nicht ohne Einflüsse: Debussy sei für die Arbeit wichtig gewesen, aber auch die Werke der schwedischen Malerin Hilma af Klingt, einer der ersten abstrakten Künstlerinnen, die sich nebenbei vom Okkultismus und Spiritualismus beeinflussen ließ. Als das Duo sich an die Arbeit machte, kamen mehrere einschneidende Erlebnisse zusammen: ein gemeinsamer Freund starb kurz bevor O’Halloran erstmals Vater wurde. Dann entdeckte er Klingts Malerei und die Theorie der Zahl fünf rund um die Bilder. Leben, Sterben, Nachleben und all die Räume dazwischen wurden genauso zum Leitstern für die Arbeit wie die Fünf, die sich in perfekter Harmonie immer wiederfindet: in den fünf Sinnen, der Quintessenz, dem göttlichen Intervall – „The Undivided Five“. Auch die Aufnahmeorte waren tonbildend: eine Kirche in Brüssel, Studios in Berlin und Budapest, Overdubs bei Ben Frost in Reykjavik, der Flügel wurde in Norditalien eingespielt. A Winged Victory For The Sullen haben dabei großen Wert darauf gelegt, die Mikroebenen und Soundcharakteristiken dieser Orte zu bewahren. So entstand ein großes, hymnisches Werk, das sich von Debussy bis Deutschland bewegt – O’Halloran ist vor Kurzem nach zehn Jahren in Berlin nach Island gezogen und widmet seiner alten Heimat auf der Platte mit „Keep It Dark, Deutschland“ eine Hommage. Am 24. Februar kommen A Winged Victory For The Sullen nach Hamburg und spielen im Kleinen Saal der Elbphilharmonie.
  • — Hamburg | Elbphilharmonie - Kleiner Saal

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