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The Crookes im Februar auf Tour

Es ist schon lustig: Kaum wird die Labour Party abgewählt und Gordon Brown achtkantig aus der 10 Downing Street geworfen, schon kommt die englische Arbeiterklasse zurück in die Musik: The Crookes, benannt nach dem Vorort von Sheffield, in dem sich die Jungs getroffen haben, lassen alte und bessere Zeiten wieder aufleben. Und, ja, Sheffield ist schon Programm. Russell Bates, Daniel Hopewell, Alex Davey Saunders und George Waite: Keiner kommt tatsächlich aus der ehemaligen heruntergekommenen Stahlstadt, alle leben inzwischen dort und alle verbinden sich lieber mit der musikalischen Vergangenheit als mit dem ekligen und unechten Dienstleistungszentrum (allein das Wort schon!), zu dem Sheffield verkommen ist. Das heißt jetzt nicht Def Leppard, The Human League, Joe oder Jarvis Cocker (die alle von dort kommen), sondern: The Smiths, The Everly Brothers, Beirut, Housemartins, Belle and Sebastian, Rock’n’Roll, Fingerschnippen, Spülbeckenrealismus, Pettycoats, alte Fußballtrikots mit Schnürkragen und Bälle aus schwerem, braunen Leder, Angry Young Men, Tinseltown, Herzschuss, Schmerzschluss, romantische Liebesgeschichten in der Arbeiterschicht, Ken Loach, Melancholie, Solidarität, britischer Sozialismus, Schönheit in der Tragik, in der Armut, im Elend, der Sonnenstrahl, der durch ein schmutziges Fenster eines Arbeiterhäuschens in der Vorstadt in die Herzen der Bewohner scheint. Dick aufgetragen? Das ist noch gar nichts gegen die Musik von The Crookes. Wer die Klampfe gehört hat, den leichten Schlagzeugschlag gefühlt und diese Stimme ins Herz geschlossen hat, hat wieder Hoffnung, dass es den Menschen bald besser geht.
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