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SONGHOY BLUES

Manchmal spricht man davon, dass eine Band eine politische Band sei. Das bezieht sich dann meist auf die Texte. Bei Songhoy Blues ist das anders: Die Band an sich ist politisch. Aliou, Oumar und Garba Touré (nicht miteinander verwandt) und Nat Dembélé fanden zusammen, nachdem sie vor dem islamistischen Terror im Norden Malis und dem Krieg nach Bamako geflohen waren. In den islamistisch besetzten Gebieten hätten sie riskiert, dass ihnen die Zunge aus dem Mund geschnitten wird, wenn sie dort weiter Musik gemacht hätten. Heute sehen die vier ihre Aufgabe darin, die verschiedenen Ethnien ihrer Heimat kulturell zu verbinden. Auf der anderen Seite ist Musik für Songhoy Blues immer auch Widerstand gegen die Fanatiker, die ihre Freiheit beschneiden. Die musikalischen Waffen, die ihnen zur Verfügung stehen, sind die traditionellen Klänge ihrer Heimat und moderne westliche Einflüsse von HipHop bis Punk, von Tupac bis Hendrix, von The Beatles bis zu The Police. Das Eigene und das Fremde zu vermischen, mache sie stärker, sagt Oumar Touré, denn sie hätten sich Modernität nicht ausgesucht, sondern umgekehrt. Tatsächlich verbinden sich bei Songhoy Blues der namensgebende Blues, die afrikanischen Melodien, die Gitarren aus der Garage und vieles mehr. Natürlich handeln auch die Texte von der Situation in Mali. Und dann kamen durch einen Glücksfall Damon Albarn und sein Africa Express ins Spiel, und die Jungs bekamen die unglaubliche Chance, im so genannten Westen auf sich und ihre Lage aufmerksam zu machen. Das Debütalbum „Music In Exile“ wurde zum Fanal, und als Support-Act von Albarn bekamen sie gebührende Aufmerksamkeit. Im November kommen Songhoy Blues für zwei exklusive Shows nach Deutschland und spielen beim Rolling Stone Weekender am Weißenhäuser Strand.


Booking: Inga Esseling / Beke Trojan