details
anzeigen

JOEP BEVING

Joep Beving ähnelt mit über zwei Metern Größe, seinem wilden Haar und dem wallenden Bart einem freundlichen Riesen aus einem Märchenbuch. Und sein Spiel – zurückhaltend, eindringlich, melancholisch – zeigt ihn als den freundlichsten aller Riesen, dessen zarte Melodien in diesen unruhigen Zeiten Balsam für die Seele sind. Für den niederländischen Pianisten ist Musik das Gegenmittel gegen diese hektische Welt voll Unsicherheit und Angst, ein Soundtrack für eine bessere, hoffnungsvollere Zukunft, für den noch nicht gedrehten Film über das Leben künftiger Generationen. „Das Ganze ist ziemlich gefühlsbetont“, räumt er ein. „Ich nenne es einfache Musik für komplexe Gefühle.“ Beving gründete seine erste Band mit 14 Jahren und trat beim Jazzfestival seiner Heimatstadt erstmals vor Publikum auf. Nach der Schule schwankte er zwischen dem Musikerleben und einer Laufbahn in der Verwaltung und studierte Wirtschaftswissenschaft. Doch die Anziehungskraft der Musik war zu stark. Als Kompromiss arbeitete er zehn Jahre lang bei einer Firma, in der er Musik für Produktwerbung schuf. Das änderte sich auf einer Reise nach Cannes zum Festival „Lions“, wo die Oscars der Werbebranche vergeben werden. Als er auf dem Flügel im Hotel eine seiner Kompositionen spielte, hatten die Leute Tränen in den Augen. Es war der Anstoß, ein Solo-Album zu machen. Joep schrieb weitere Stücke und nahm nachts in seiner Küche auf, während seine Freundin und die beiden kleinen Töchter schliefen. Das Ergebnis war sein erstes Album „Solipsism“. Aufgrund seines großen Online-Erfolgs wurde Joep eingeladen, in einer niederländischen Fernsehshow zur besten Sendezeit zu spielen. Am nächsten Tag verdrängte sein Album die Gruppe One Direction von der Spitze der Charts. Das Album fand den Weg nach Berlin, wo eine Freundin es in ihrer Bar den Nachtschwärmern vorspielte. Einer davon war der Produzent Christian Badzura von der Deutschen Grammophon, und am Ende hatte Joep einen Vertrag mit dem bedeutendsten Klassiklabel der Welt in der Tasche. Die ersten Früchte der neuen Partnerschaft finden sich in „Prehension“, erschienen im April. Als Nachfolger von „Solipsism führt das Album Bevings musikalischen und philosophischen Themen weiter. Am 19. April 2018 spielt Joep Beving in den Großen Saal der Elbphilharmonie.
  • — Hamburg | Elbphilharmonie - Großer Saal

    Einlass:  Uhr Beginn:  Uhr

    ausverkauft