Auf ihrer neuen, vierten und selbstbetitelten Platte singt Jen Cloher über die Schwierigkeiten von Frauen in der Musikwelt, Fernbeziehungen und das Leben als homosexuelle Künstlerin in Australien. Das Album ist der vorläufige Höhepunkt einer Karriere, die im Melbourner Künstlerkollektiv The Endless Sea ihren punkrockigen Anfang nahm und Cloher zu einer der charismatischsten Stimmen ihrer Heimat gemacht hat. Ihre Songs changieren zwischen bissiger und geistreicher Poesie und sehr persönlichen Lyrics. So hat sie beispielsweise auf „Hidden Hands“ aus dem Jahr 2009 die Alzheimer-Krankheit ihrer Mutter verarbeitet, während das jüngste Album ihre eigene Situation reflektiert. Sie singt beispielsweise über ihre meist von großen Entfernungen erschwerte Beziehung mit Courtney Barnett – mit der zusammen sie das Milk!-Label betreibt. Darüber hinaus handelt das Album explizit von den Gegebenheiten der Musikindustrie, Liebe, Einsamkeit, der Isolation, die australische Künstler oftmals fühlen und darüber, als homosexuelle Frau den eigenen Platz zu finden, ohne das Vorhandensein von offensichtlichen Vorbildern, gleichgeschlechtlicher Heirat und Volksabstimmungen. Aufgenommen wurden die Songs in Australien, um dann in Jeff Tweedys berühmten Loft Studio in Chicago gemischt zu werden. Die Songs werden durch Courtney Barnetts Leadgitarren-Spiel getrieben und von der tollen Rhythmus-Sektion aus Bones Sloane and Jen Sholakis. Jen Cloher ist eine der einflussreichsten Musikerinnen Australiens und wurde mit etlichen Preisen und Awards ausgezeichnet. Jetzt wird es langsam Zeit, dass sie auch außerhalb die Würdigung erhält, die sie verdient. Gelegenheit dazu gibt es am 21. Februar, wenn Jen Cloher in Hamburg in der Nochtwache auftritt.
  • — Hamburg | Nochtwache

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