Ho99o9 haben eben nach etlichen EPs und Mixtapes ihre Debütplatte „United States Of Ho99o9“ veröffentlicht und machen darauf deutlich klar, was sie von ihrer Heimat USA und deren derzeitigen Zustand halten. Nämlich wenig. Sie nutzen dabei zwei Stile: HipHop und Punk. Die beiden Frontmänner theOGM und Eaddy sind reichlich aggressive Rapper, die ihre rohen und verstörenden Lyrics mit brachialer Gewalt hinausschreien. Dazu kommen die verzerrten Gitarrenwände, ein treibendes Schlagzeug und ein Lärm-Gewitter, das dem Zuhörer das Hirn aus dem Kopf wäscht. Nicht umsonst beschrieb Andreas Borcholte auf Spiegel online die Platte als Kampfansage, wie es sie in der schwarzen Musik lange nicht gegeben habe: „Sie überschreitet Grenzen. Indem Ho99o9 ihr originäres Genre, Hip-Hop und Rap verlassen, brechen sie aus dem popkulturellen Ghetto aus. Wie einst Death, Bad Brains oder später Body Count ermächtigen sie sich mit ihrem wütenden Punkrock eines Genres, das gemeinhin als Frustventil weißer Musiker gilt und ungeheure Energien entfachen kann.“ Ho99o9 (gesprochen Horror) sehen sich dabei gar nicht als politische Band. „Wir reden einfach über das, was wir sehen und erfahren, über den Shit in den Nachrichten und das, was unsere Leben durchdringt. Worüber die Leute reden. Die Wirklichkeit.“ Und das tun sie bis zur Selbstaufgabe, bis zur Erschöpfung. Konzerte von Ho99o9 bestehen aus zwei Rappern auf der Bühne, die sich die alltägliche Verletzung immer wieder aus dem Leib schreien, sich immer mehr ihrer Kleidung entledigen, artistischen Turnübungen, Stagediving aus mehreren Metern Höhe, Geschwindigkeit, Gitarrenkrach und vor allem Lärm, Lärm, Lärm. Das hat reinigende Wirkung für die Musiker und für das Publikum, denn es spürt etwas Ungeheures: echtes Leben. Am 10. Juli kommen Ho99o9 nach Berlin, um Horrorgeschichten aus der Heimat zu erzählen. Vorsicht: Es wird sehr laut.


Booking: Yan Mangels

  • — Berlin | Prince Charles

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