Dan Owen ist inzwischen 24 Jahre alt und sieht mit seinem engelsgleichen, rotbäckigen Lockenköpfchen immer noch so aus, als könne ihn kein Wässerchen trüben. Aber seine Stimme klingt so, als wäre er ein ziemlich alter Blueser, der seine besten Jahre in den Kaschemmen rund um New Orleans verbracht hat. Dabei ist er in Shrewsbury aufgewachsen, verbrachte sein Kindheit in der Natur und war ein echtes englisches Landei. Eigentlich wollte er Gitarrenbauer werden, verlor aber bei einem Unfall einen Teil seines Augenlichts. Seitdem spielt er das Instrument, statt es zu bauen, und singt dazu. Und wie. Wenn Dan Owen ans Mikro tritt und auf seine Klampfe eindrischt, bleibt kein Auge trocken. Egal, ob es absolute Blues-Klassiker sind wie Muddys „Got My Mojo Working“ oder Howlin’ Wolfs „Little Red Rooster“ (beide natürlich von Willie Dixon) oder Willie Nelsons Marihuana-Hymne „Roll Me Up and Smoke Me When I Die“, ob es Adeles „Rolling In The Deep“ oder seine eigenen Songs sind: Stets steht man staunend vor der Bühne und fragt sich, wo der junge Mann diese Töne, diese Sounds, dieses Gefühl eigentlich hernimmt. Mick Fleetwood nahm ihn sofort unter seine Fittiche, als er ein Video von Owen gesehen hatte – die „Ballad Of Hollis Brown“ von Bob Dylan übrigens. Seitdem steht er 150 bis 200 Mal im Jahr auf der Bühne, auch mal im Vorprogramm von ZZ Top, meist aber alleine mit seiner Gitarre und singt sich um Leib und Leben, mit dieser Stimme, die älter und weiser ist als das meiste, was man je gehört hat. Vor kurzem erschien seine EP „Open Hands And Enemies“ mit vier Pop-Songs, die mit ihrem Pathos locker in den Kitsch hätten rüberrutschen können. Aber der Engländer umgeht das mit seinem Organ und seinem musikalischen Gespür, mit dem er aus einem Schmusesong eine kraftvolle und großartige Ballade für die Ewigkeit macht. Dan Owen aus Shrewsbury ist ein Wunder und einer der kommenden ganz großen Live-Künstler unserer Zeit, versprochen. Im März kommt er zu uns auf Tour.


Booking: Nora Söder / Phillip Brinker